Blog

Auch Lieferwägeli können Mahnmale sein.

Twittern | Drucken

17 Stück davon habe ich neulich in einem Laupersdörfer Vorgarten gezählt. Weitere stehen vor unserem Bauerngarten, weil im Haus nebenan die Chauffeure aus Osteuropa wohnen. Die Männer fahren nachts für einen Mini-Lohn und schlafen tagsüber in ihren Mini-Wohnungen. Dank spartanischer Lebensweise bleibt noch etwas Geld übrig, das sie am Monatsende nach endloser Fahrt ihren Liebsten in der Heimat bringen können.

Alle paar Wochen zoffe ich mich mit dem cholerischen Vermieter der Wohnungen, mein Laupersdörfer Amtskollege tut dasselbe. Dann werden die Lieferwägeli wieder hin und her geschoben, bis es wieder einem Betroffenen zu bunt wird. Wieder Telefonate, wieder Zoff, wieder Ausweichmanöver.

Diese Lieferwägeli sind ein Mahnmal für die Wirtschaft in der Grauzone. Dort, wo man dank dem Schlängeln entlang der Illegalität und unter Missachtung der Gemeininteressen noch ein paar Fränkli verdienen kann.

Man kann mit Gesetzen diese Grauzone kaum ausmerzen. Wir alle können das aber. Indem wir seriöse Gewerbler berücksichtigen. Indem wir selber nicht die sind, welche die paar Fränkli den „Hützern“ zukommen lassen. Und indem wir auch weiterhin hin und wieder mit ihnen zoffen und sie merken lassen, dass die Wirtschaft nicht nur gesetzliche Regeln kennt, sondern auch moralische.

Kategorie: Allgemein | Kommentar schreiben

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück