Blog

Das Asylwesen ist kein gutes Wahlkampfthema

Twittern | Drucken

Vor fünf Wochen wurde in Deutschland eine Umfrage durchgeführt zur Frage: „Kann Deutschland die vielen Flüchtlinge verkraften?“ 54% der Befragten antworteten mit „Ja“. Vier Wochen später wurde die Umfrage nochmals durchgeführt. Es antworteten 60% mit „Ja“.

Der Anstieg, der den Populisten kaum gefällt, lässt sich erklären: In diesen vier Wochen erreichten uns Bilder wie jene aus Kos und Mazedonien, die zeigen, wie Polizisten in ihrer Überforderung mit Tränengas und Gummischrot auf die Flüchtlinge losgehen.

Mit diesen Bildern wurde das Flüchtlingsbild konkret. Vorher war das Bild der „Asylanten“ konfus. Da konnte man locker Stimmung machen mit „Wirtschaftsflüchtlingen“ und „Sozialschmarotzern“. Nun aber geht die Diskussion um Menschen. Um in der Hitze zusammenklappende Frauen, um weinende Kinder, um gebrochene, flehende Männer. Hier, in Europa.

Und jedem, der es sieht, dem wird klar: Es ist unsere Pflicht, diesen Menschen zu helfen, wollen wir selber uns noch Mensch nennen dürfen. Europa – und dazu gehört auch die Schweiz – wird diese Menschen aufnehmen müssen. Sie können (für lange Zeit) nicht zurück, und sie werden nicht zurückgehen. Das ist eine unangenehme Wahrheit kurz vor den Wahlen. Über das „Asylchaos“ zu lamentieren, wäre einfacher.

Sie ist unangenehm, diese Wahrheit. Aber ich bin froh, wird sie erkannt. Ich bin froh, lebe ich unter Menschen.

Kategorie: Allgemein | Kommentar schreiben

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück