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Für und wider die Quellensteuer

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Artikel aus der „Spitzen Feder“ vom 13. Juni 2013

Der Egerkinger Steuerpranger hat schweizweit für Aufsehen gesorgt. Dass eine Gemeinde zu illegalen Mitteln greifen musste, hat die Nation bewegt, ganz egal, was die Juristen jetzt noch daraus machen.

Mich als Volksvertreter hat nicht die juristische, sondern die politische Aufarbeitung zu kümmern. Es dauerte nach dem „Fall Egerkingen“ nur wenige Tage, da wurde unter der Bundeshauskuppel der Ruf nach der Quellenbesteuerung laut. Der Staat soll doch einfach das Geld für die Steuern bei der Lohnauszahlung einziehen, bevor es überhaupt zum Bürger kommt.

Das wäre tatsächlich effizient. Als Gemeindepräsident kann ich die Sache drehen und wenden wie ich will, ich finde kein Argument gegen eine Quellensteuer.

Als Nationalrat krümmen sich meine Eingeweide, wenn ich daran denke. Was haben wir doch über die europäischen Staaten mit Quellenbesteuerung gefotzelt, bei denen der Staat nichts anderes ist als ein feindlicher Moloch. Wir Schweizer hingegen halten den Staat doch für unseren Freund. Er schaut für anständige Infrastrukturen, hilft in Notlagen und lässt mich in Ruhe, wenn ich meine Ruhe will – und meinen Lohn.

Blöderweise lässt der Staat auch jene Schmarotzer in Ruhe, welche in voller Absicht ihre Steuern nicht zahlen. Es widerstrebt mir, wegen dieser Schmarotzer nun den Staat schrittweise zum Feind des Bürgers zu machen. Vielleicht bin ich naiv, aber ich glaube immer noch daran, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Staat zu retten ist – notfalls halt mit Steuerpranger.

Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für Für und wider die Quellensteuer

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