Blog

Irgendeinisch fingt s'Glück eim!

Twittern | Drucken

Es gibt bekanntlich zwei Dinge im Leben, die kann man sich nicht aussuchen: Seine Familie und seinen Fussballclub. Ich habe mir nicht ausgesucht, Anhänger der Berner Young Boys zu werden. Ich wurde es einfach, weil mein Vater mich an deren Spiele mitgenommen hat.

Genauso, wie es irgendwie unmöglich ist, sich seinen Verein auszusuchen, ist es unmöglich, ihn zu wechseln. Und so war ich also 32 lange Jahre dazu verdammt, keinen Blumentopf zu gewinnen. Auf die Gefahr hin, dass die Leserschaft mich der Übertreibung bezichtigt, sage ich: es war eine Lebensschule.

Ich habe gelernt, zu verlieren. Ich habe gelernt, mit Häme umzugehen. Ich habe vor allem aber eines gelernt: dass man niemals jemanden erniedrigen soll – weil er für das, wofür man ihn anfötzelt, vielleicht gar nichts dafür kann.

Genauso wenig wie ich etwas dafür kann, YB-Fan zu sein, können schwache Schüler etwas für ihre Noten, Wenigverdiener für ihren Lohn, Flüchtlinge für den Bürgerkrieg in ihrem Land, Gäuer für den Autobahnlärm, Thaler für die (sehr relative) Abgelegenheit.

Und denen, die selber ungerecht angezündet werden, sage ich: nehmt es cool. Denn am Samstag habe ich auch gelernt: Irgendeinisch fingt s’Glück eim!

Stefan Müller-Altermatt hat am Samstag im Wankdorf geweint. Ja, er hat geweint.

Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für Irgendeinisch fingt s'Glück eim!

Zurück