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Kombinieren Sie, wie Sie kombinieren können!

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Ich bin heute mit meinem Twizy, dem kleinen Elektrofahrzeug nach Grenchen gekommen. „Nicht schlecht, der ist also ökologisch unterwegs“, werden Sie vielleicht denken. Tatsächlich: Der Renault Twizy ist leicht und braucht schon deswegen sehr wenig Energie. Er hat einen Elektromotor und dieser hat einen hervorragenden Wirkungsgrad. Und mit der emissionslosen Fahrt über den Balmberg habe ich weder Strassenbewohner noch Flora und Fauna belästigt.

Eine ökologische Anreise – wenn man rein diese technische Seite betrachtet. Denn ich gebe zu: Hätte ich die Wahl gehabt, ich wäre nicht mit dem Twizy gekommen. Ich wäre nach Gänsbrunnen oder nach Moutier gefahren und von dort durch den Grenchenbergtunnel an den Bahnhof Nord. Das wäre schneller gewesen und in diesem Sinne auf den beiden anderen Dimensionen der Nachhaltigkeit besser. Es wäre wirtschaftlicher gewesen, weil ich weniger Zeit im Twizy verplämpert hätte, und es wäre sozialer gewesen, weil ich ein paar Minuten länger hätte schlafen können.

So ausgesprochen ökologisch der Twizy aus technischer Sicht ist: Seine ganze Wirkung entfaltet er erst, wenn man ihn in einem kombinierten Verkehrssystem einsetzt. Nachhaltige Mobilität ist nicht eine Frage des Antriebssystems. Es ist eine Frage der Vernetzung. Ohne zu überlegen einfach ins Auto sitzen und von A nach B ist in den allermeisten Fällen ökologischer Blödsinn. Mit aller Konsequenz den öV benutzen ist zwar löblich, geht aber im stressigen Geschäftsleben oft nicht auf. Wir müssen kombinieren.

Die durchschnittliche Autofahrt in der Schweiz führt über 17 km und wird von 1.3 Personen pro Auto ausgeführt. Der Median liegt noch tiefer. Für über die Hälfte der Autofahrten kann man wohl sagen: Da gäbe es wohl ökologischere Varianten. Zum Beispiel ein E-Bike, zum Beispiel ein Kleinfahrzeug wie mein Twizy. Und wenn man diese ökologische Variante dann übergeordnet, für längere Strecken, mit dem weltweit besten Fernvekehrs-ÖV kombiniert, dann ist man wohl schon ziemlich nahe an der bestmöglich nachhaltigen Mobilität. Dann ist man echt clever.

Es ist genau dies das Ziel der Mobilitätstage: Zu vermitteln, was ein cleveres Mobilitätsverhalten ist. Aufzuzeigen, dass man nicht nur ökologischer wird, wenn man die verschiedenen Fortbewegungsarten kombiniert, sondern auch effizient und dadurch Zeit spart. Dass man die Infrastrukturen weniger belastet und somit auch weniger Kosten für die Allgemeinheit verursacht. Dass man entspannt und gesund durch die Welt reist und dadurch an Lebensqualität gewinnt.

Ich lade Sie ein: Machen Sie mit bei den Mobilitätstagen. Und nachher: Kombinieren Sie! Kombinieren Sie, wie Sie kombinieren können. Und gewinnen Sie durch das Kombinieren Zeit, Lebensqualität und das wunderbare Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben. Ich danke Ihnen!

Kategorie: Allgemein | Kommentar schreiben

  1. Von: Eduard J. Belser|30.07.2017 - 07:12

    Hallo Stephan
    Herzliche Gratulation zu diesem treffenden Referat. Wir leben ja beide selbst die intelligente Kombination von Leicht-Elektromobilität und öV und wissen wo von wir sprechen bzw. wo von gesprochen wird.
    Mit besten Grüssen
    Edi

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