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Volketswil ist überall

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Das Bild der modernen Schweiz verbinde ich mit Volketswil. In diesem „Dorf“ (18‘000 Einwohner) in der Agglo Zürich, nahm ich vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal war, in welche Richtung sich unser Land entwickeln würde. Soweit mein Auge reichte, entdeckte ich dort nichts als diese 12-Wohneinheiten-Blöckli, aufgebaut in wenigen Monaten zuvor, bewohnt von jungen Familien, Paaren oder Singles, die aus Süddeutschland, dem Thurgau, dem Aargau oder sonst einer „strukturschwachen“ Region in ebendiesem kurzen Zeitraum dahingezogen sind.

Sicher nette Nachbarn. Aber ergibt sich aus netten Nachbarn, die anstatt Volketswil rein zufällig auch Wallisellen, Brüttisellen oder Dietlikon als Wohnort hätten auswählen können, auch ein nettes Dorf? „Lebt so eine Gemeinschaft?“, fragte ich mich.

Mit Anlagedruck und Wirtschaftswachstum hat sich, was vor zehn Jahren im Glatttal schon offenkundig war, entlang der A1 in unsere Region ausgedehnt. Blicke ich aus dem Fenster des Regionalzugs, heissen die Haltestellen natürlich immer noch gleich wie immer. Die Umgebung der Bahnhöfe sieht aber immer aus wie: Volketswil.

Es werden nette Nachbarn in unsere Dörfer ziehen, zweifelsfrei. Mitglied einer lebendigen Gemeinschaft sind sie aber erst, wenn sie im Musikverein mitspielen, Stammkunden beim Dorfbeck sind und in der Werkkommission mitarbeiten. Wir werden viel zu tun haben, in der nächsten Zeit.

Nachtrag: Aufgrund der Kolumne wurde ich umgehend vom Gemeindepräsidenten Volketswils, Jean-Philipp Pinto, zu einem Diskussionsabend eingeladen. Dieser findet statt am 23. März ab 19.00 Uhr im Singsaal des Zentralschulhauses in Volketswil

Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für Volketswil ist überall

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