Blog

Wie hab‘ ich gelernt, damals in den Sommerferien!

Twittern | Drucken

Es gäbe ein grosses Bedürfnis seitens der Eltern, dass die Kinder in den Sommerferien Nachhilfe bekommen, um dann einen einfacheren Start ins Schuljahr zu haben, war neulich in der Zeitung zu lesen.

Meine Eltern hatten nie das Bedürfnis, dass ich in den Schulferien lernen sollte. Dafür hatte ich es. Und wie ich gelernt habe!

Ich habe in den Schulferien gelernt, dass man die Krebse im Bach am besten in der Dämmerung, mit Taschenlampe, Augustlaternen-Henkel und Schinken fängt. Ich habe gelernt zu Jätten und Abzumachen (beim Meggelen, für Nicht-Herkunfts-Wolfwiler). Ich habe gelernt, dass der Äschisee und der Brunnersberg locker in Reichweite meines Dreigangvelos liegen, der Scheltenpass mich aber grausam überfordert. Und neben diesen Intensivkursen in Biologie, Sport und Geografie habe ich noch hart an meinen Sozialkompetenzen gearbeitet. Ich lernte beim Verquatschen der lauen Sommerabende auf der Quartierstrasse so etwas wie Geselligkeit. An Regentagen lernte ich manchmal auch einfach, Langeweile auszuhalten. Und irgendwann war es natürlich unvermeidlich: Ich musste lernen, wie Mädchenküsse schmecken.

Ich hab‘ natürlich gut reden – ich hatte ja nie Probleme in der Schule. Aber auch wenn ich mehr Mühe gehabt hätte, es wäre falsch gewesen, hätten meine Eltern mir Nachhilfelektionen in den Schulferien verpasst. Denn ich hätte dadurch die wichtigsten Lektionen verpasst: Die fürs Leben.

Stefan Müller-Altermatt lernt noch heute gerne. Mitunter sogar Schulstoff.

Kategorie: Allgemein | Kommentar schreiben

  1. Von: Madeleine Kälin|23.08.2019 - 12:59

    So toll Stefan wow

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zurück